Innere Medizin

Die Innere Medizin umfasst ein breites Spektrum von Erkrankungen, diagnostischen Untersuchungsverfahren und Behandlungsmöglichkeiten.

Alle inneren Organe wie Verdauungstrakt, Leber, Nieren, Herz und Lunge, hormonbildende Drüsen, aber auch das Nervensystem, das nach einem Schlaganfall beeinträchtigt ist, werden in unserer Abteilung behandelt.

Unsere Schwerpunkte umfassen:
  • Verdauungstrakt und Leber (Gastroenterologie und Hepatologie)
  • Herz und Blutgefäße (Kardiologie und Angiologie)
  • Lunge (Pulmonologie)
  • Stoffwechsel (Diabetologie)
  • Intensivmedizin und Schlaganfall
 
Die häufigsten Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes sind Entzündungen der Speiseröhre, die durch die Magensäure hervorgerufen werden (Refluxkrankheit) und Entzündungen der Magenschleimhaut bzw. Magengeschwüre, die durch ein Bakterium (Helicobacter pylori) oder durch Schmerztabletten entstehen können.

Durch Infektion mit Hepatitisviren kann es zu einer chronischen Leberentzündung kommen, die zu einer dauerhaften Schädigung der Leber (Leberzirrhose) wie bei Alkoholismus führt. Die dabei entstehenden Krampfadern der Speiseröhre (Oesophagusvarizen) können zu lebensbedrohlichen Blutungen führen, die in unserer Endoskopie jedoch auch notfallmäßig gestillt und dauerhaft verödet (Gummibandligatur) werden können.
Eine „Gelbsucht“, die durch einen Aufstau der Galle zustande kommt, der durch einen Gallenstein oder einen Tumor in den Gallenwegen bedingt sein kann, wird endoskopisch (ERCP) durch Entfernung des Steins bzw. durch Einlage eines Plastikröhrchens oder einer sich selbst ausdehnenden Metallprothese entlastet.
Im Dickdarm entstehen häufig Vorstufen des Dickdarmkrebs, sogenannte Polypen, die durch eine elektrische Schlinge endoskopisch (Coloskopie) gut entfernbar sind. Damit werden das weitere Wachstum und die Entstehung von Dickdarmkrebs verhindert. Diese Untersuchung stellt auch die beste Möglichkeit der Krebsvorsorge dar und sollte ab dem 50. Lebensjahr von Jedem genutzt werden.

„Funktionelle Darmbeschwerden“ die zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall führen, sind häufig durch Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln bedingt und können in unserem Funktionslabor diagnostiziert und anschließend gezielt diätetisch oder medikamentös behandelt werden.

Der Bluthochdruck gilt als eine Volkskrankheit und kann sich auf das gesamte Gefäßsystem und das Herz schädigend auswirken. Die Leistungsfähigkeit des Herzens hängt auch von einem gleichmäßigen Herzschlag ab. Herzrhythmusstörungen und die Funktionstüchtigkeit des Herzens werden in unserem Kreislauflabor mit modernster Technik untersucht.

Neben akuten Erkrankungen der Lunge, wie Lungenentzündung und akuter Asthmaanfall werden auch chronische Lungenerkrankungen wie die chronische Bronchitis (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) oder die Lungenfibrose stationär behandelt. Zur Diagnostik stehen unsere Röntgenabteilung und die Lungenfunktionsanalyse in unserem Funktionslabor zur Verfügung.

Auf unserer Intensivstation werden mit modernsten Geräten auch künstliche Beatmungen bei schwerstkranken Patienten mittels differenzierter Beatmungstechniken durchgeführt. Auf der Intensivstation werden auch Patienten mit akutem Herzinfarkt überwacht und mit Lysetechniken behandelt.

Patienten mit einem Schlaganfall werden in der angegliederten Schlaganfalleinheit akut behandelt. Bei rechtzeitiger Diagnose kann ein Blutgerinnsel im Gehirn meist wieder aufgelöst und die betroffenen Gehirnfunktionen wieder weitgehend hergestellt werden, so dass es nicht zu anhaltenden Lähmungen kommt.

Die Klinik Bad Windsheim ist in das telemedizinische Schlaganfallnetzwerk Nordbayern (STENO) eingebunden. Ein 24-Stunden-Dienst gewährleistet eine telemedizinische Vorstellung des Patienten in einem Neurologischen Zentrum (Uni Erlangen, Klinikum Nürnberg, Klinikum Bayreuth). Dadurch kann jeder Schlaganfallpatient innerhalb weniger Minuten von einem Experten gesehen werden und die Akutbehandlung optimiert werden.

Eine weitere Volkskrankheit stellt die Zuckerkrankheit Diabetes dar. Häufig ist er vergesellschaftet mit weiteren Stoffwechselstörungen wie Blutfetterhöhung (Hyperlipidämie) und Gicht (Hyperuri-
kämie). Durch unser Diabetesteam (Diabetologen, Diabetesberaterin DDG und Diätassistentin) werden täglich Schulungen und Sprechstunden zur Neueinstellung und Verbesserung der Behandlung von Diabetikern (Typ 1 und 2) durchgeführt. Alle modernen Verfahren der Zuckereinstellung Mischinsulin, intensivierte Basis-Bolus-Therapie, Pumpentherapie und kombinierte Verfahren werden angewandt. Gleichzeitig findet eine intensive Behandlung von diabetischen Folgeschäden diabetischer Fuß, Enteropathie, Nephropathie und Neuropathie statt.

Zur Diagnostik dieser Organsysteme stehen leistungsfähige Funktionseinrichtungen zur Verfügung:
  • Endoskopie (incl. Kapselendoskopie)
  • H2-Atemtest, Manometrie und pH-Metrie
  • Ultraschall
  • Herzecho und EKG
  • Röntgen
  • Labor
 
Magenspiegelung (Gastroskopie)
In diesen Funktionseinrichtungen werden moderne diagnostische Methoden durchgeführt. Der gesamte Verdauungstrakt kann endoskopisch inspiziert werden von der Speiseröhre über den Magen bis zum Zwölffingerdarm (Oesophago-Gastro-Duodenoskopie) sowie der Dickdarm und der untere Bereich des Dünndarms (Coloskopie/Ileoskopie). Die bisher unzugänglichen Abschnitte des Dünndarms werden nun mit der revolutionären Technik der Kapselendoskopie eingesehen. Der Patient schluckt eine Videokapsel, die nur so groß wie eine Antibiotikumstablette ist und sich wie die Nahrung durch den ganzen Verdauungstrakt bewegt und schließlich auf natürliche Weise ausgeschieden wird. Auf dem Weg nimmt die Videokamera der Kapsel die Schleimhaut des gesamten, mehrere Meter langen Dünndarms auf. Diese Bilder werden an einen kleinen Empfänger, den der Patient an einem Gürtel um den Bauch trägt, gesendet. Anschließend wird das Bildmaterial von einem Arzt ausgewertet.
Erkrankungen der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse können durch den kombinierten Einsatz von Endoskopie und Röntgen (ERCP) diagnostiziert und gleichzeitig auch behandelt werden. Patienten mit Gallensteinen, die sich im Gallengang eingeklemmt haben, müssen nicht mehr operiert werden. Die Gallensteine können mit dem Endoskop und einem speziellen Körbchen entfernt werden. Bei Engstellen im Gallen- oder Bauchspeicheldrüsengang können endoskopisch kleine Plastikröhrchen eingelegt werden. Diese überbrücken die Engstelle, so dass die Galle bzw. die Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse wieder abfließen können.

In der Endoskopie werden auch Ernährungssonden (PEG) bei Patienten, die aufgrund einer neurologischen oder einer Tumorerkrankung nicht mehr essen können, gelegt. Über diese Sonden, die durch die Bauchdecke in den Magen gelegt werden und daher bei normaler Kleidung nicht sichtbar sind, kann der Patient mit einer flüssigen Nahrung komplett ernährt werden. Engstellen in der Speiseröhre, die durch eine lang dauernde Refluxkrankheit (Sodbrennen) oder durch einen Tumor bedingt sind, können endoskopisch gedehnt (Bougierung) und auch mit einem sich selbst entfaltenden Metallgitter (Metallstent) wieder für Speisen durchgängig gemacht werden.

Das gastroenterologische Funktionslabor dient zur Diagnostik von Bauchschmerzen, Blähungen (H2-Atemteste), Sodbrennen (pH-Metrie) und Schluckstörungen (Manometrie).

Ultraschalluntersuchung
Durch ein neues multifunktionales Ultraschallgerät werden die inneren Organe und Gefäßsysteme wie auch die innere Oberfläche des Verdauungstraktes hochauflösend dargestellt.

In unserem Kreislauflabor wird die Regelmäßigkeit des Herzschlags durch das Langzeit-EKG über einen ganzen Tag erfasst. Die Leistungsfähigkeit des Herzens wird durch das Belastungs-EKG und die Herzechokardiographie bestimmt. Die Durchlässigkeit der Blutgefäße, die das Gehirn, die Nerven und die Beine versorgen, sowie der Venen, die das Blut zum Herzen zurück transportieren, wird durch spezielle Ultraschalltechniken (Dopplersonographie) gemessen.

In unserer Röntgenabteilung werden alle konventionellen Aufnahmetechniken von Herz und Lunge, Knochen, Kontrastmitteldarstellung von Speiseröhre und Magen, Dünndarmdoppelkontrast (Methode nach Sellink) sowie Doppelkontrastdarstellung des Dickdarms durchgeführt.

In unserem Labor werden alle wesentlichen chemischen Bestimmungen durchgeführt, die für die Diagnose innerer Erkrankungen erforderlich sind: Blutbild inklusiv Differentialblutbild, Serumchemie (Leberwerte, Nierenwerte, Stoffwechsel) und Harnanalysen.